„Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, sein erstes eigenes Buch in Händen zu halten.

Und selbst beim vierten ist es alles andere als Routine!“

zehnzwanzig | Leopoldstadt – Mensch & Bezirk

Ganz fest drücken sie ihre Ohren an die Stadtmauern der Leopoldstadt und fangen für uns Stimmen und Stimmungen ein. Vom leisen Gemurmel aus längst vergangenen Tagen über ausgelassene Fröhlichkeit unterhalb der Kanalbrücken bis hin zu den widerhallenden Schritten aus den dicht besiedelten Stadtschluchten ist hier alles zu hören. Einmal mehr nehmen uns Michael Haitszinger und Klaus Prokop auf eine gefühlvolle Bezirkstour mit.
 
Drehen Sie mit den beiden eine Runde im weltberühmten Riesenrad oder amüsieren Sie sich an den Buden und Ringelspielen des Wurstelpraters. Erfreuen Sie sich an Kunst unter freiem Himmel oder in den Vitrinen der gut bekannten oder versteckten Schaustätten im Zweiten. Blicken Sie durch die Fernrohre des Planetariums in die urbane Zukunft unserer Stadt. Hier, wo sich Bildungseinrichtungen und Euphorietempel aneinanderreihen, wo sich moderne Stadtentwicklung und Gründerzeit-Architektur in friedlicher Eintracht in den Glasfassaden der Weltkonzerne spiegeln, scheint der Themenstrom, der sich aus dem Zweiten ergießt, unaufhörlich und scheinbar unerschöpflich zu sein. In jeder Himmelsrichtung zeigt sich die Leopoldstadt von einer anderen Seite. Mal hektisches Treiben auf den belebten Grätzelmärkten, mal ausgelassene Fröhlichkeit an den Tummelplätzen der Wasserläufe, mal Tiefenentspannung auf saftigen Wiesen in ehemals kaiserlichen Jagdgebieten.
 

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Im Buchhandel erhältlich!

elfzwanzig | Meidling – Mensch & Bezirk

Wo beginnt man eine Hop-on Hop-of Reise durch einen derart vielseitigen Bezirk? Einen Bezirk mit so vielen Hotspots und Hinguckern. Mit dicht verbauten Wohnvierteln auf der einen Seite und locker-luftigem Vorstadtflair an seinen grünen Rändern. Einem Bezirk, in dem Multikulturalität schon längst als Bereicherung gesehen wird. Wo man Ergrautes bunt anfärbelt und einem modernen Facelift unterzieht, um frische Begegnungszonen zu schaffen. Zum gemeinsamen Austausch. Zum gemeinsamen Erlebnis.

Wir nehmen Sie mit auf eine gefühlvolle Überraschungstour durch Meidling und halten jede Menge inspirative Anregungen für Sie bereit. Lehnen Sie sich entspannt zurück und genießen Sie die Reise durch den zwölften Wiener Gemeindebezirk. Von Gaudenzdorf bis Hetzendorf und vom Wiental bis zum Wienerberg erwarten Sie urbanes Flair, ländlicher Vorstadtcharme und jede Menge einzigartiger Menschen. Genau hier, wo Wien seine große Schatztruhe für uns öffnet und voll Stolz seinen in allen Farben schimmernden Reichtum präsentiert, beginnt unser Abenteuer. Eine Reise mit lieben Menschen zu den schönsten Plätzen Meidlings.

Dieser Buchtitel ist bereits vergriffen! Restbestände sind noch in der Buchhandlung Frick, Schönbrunner Straße 261, 1120 Wien, erhältlich.

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elfsechzig | Ottakring – Mensch & Bezirk

Es ist unser zweiter großer Liebesbeweis an unsere Stadt. Nach einem abwechslungsreichen Spaziergang durch Währing, den wir im Herbst 2014 im Buch „elfachtzig“ festgehalten haben, zieht es uns diesmal also nach Ottakring. Und ganz klar, dass das neue Werk – wieder ausgehend von der Postleitzahl – „elfsechzig“ heißt.
In sehr ansprechend gestalteter Aufmachung präsentiert sich der neue Bildband, welcher die charmanten Bezirksgrätzl unter die Lupe nimmt und tiefe Einblicke in die Seele des sechzehnten Wiener Gemeindebezirkes gewährt. Die Lebendigkeit findet das Buch einmal mehr in den Menschen, die sich hier vorstellen und uns ihre Geschichten, ihre Träume und Wünsche erzählen. So finden sich unter anderem Bezirksvorsteher, Franz Prokop, Wiens eh. Bürgermeister Michael Häupl, SOHO in Ottakring-Gründerin Ula Schneider, die beiden Fleischermeister Herbert und Helmut Klaghofer, die Physiotherapeutin Erika Kronbichler oder auch Wiens ältester Fahrradreparaturmeister Wolfgang Brunner im Buch. „Jedes unserer Gespräche war einzigartig – von heiter bis tiefgründig, berührend bis spannend, sinnerfüllt bis amüsant war alles dabei“.

Begleiten Sie uns auf einer gefühlvollen Entdeckungsreise durch Ottakring, einen Bezirk, der uns sein facettenreiches Gesicht zeigt und uns einen roten Teppich ins Innere seiner multikulturellen Seele ausrollt.

Dieser Buchtitel ist bereits vergriffen! Restbestände sind eventuell noch vorhanden bei
Buchhandlung Mayer, Ottakringer Straße 109, 1160 Wien.

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elfachtzig | Währing – Mensch & Bezirk

Ein Werber und ein Fotograf begeben sich auf eine Reise durch den achtzehnten Wiener Gemeindebezirk und entdecken die wunderbaren Orte und lieblichen Grätzel des Bezirkes. Sie lernen Währingerinnen und Währinger kennen und verbinden das alles in ihrem ersten gemeinsamen Werk „elfachtzig I Währing – Mensch & Bezirk“.

In über 250 Bildern und 32 Portraits von Menschen aus dem Bezirk fassen wir unsere 14-monatige Arbeit am Buch zusammen. Wir zeigen Plätze, die uns persönlich angesprochen haben und flechten Geschichten von Menschen ein, die einen besonderen Bezug zum Achtzehnten haben. Entstanden sind 160 ebenso bunte wie abwechslungsreiche Seiten – ein charmantes Bezirksbuch, das eine Menge zu bieten hat.

Dieser Buchtitel ist bereits vergriffen! Restbestände zum günstigen Abverkaufspreis sind noch im Bezirksmuseum Währing, Währinger Str. 124, 1180 Wien erhältlich.

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Klaus Prokop – mein Buchpartner.

Freund. Fotograf. Kongenialer Partner.
Ohne ihn wären diese Projekte wohl allesamt nur Ideen geblieben. Er war Triebfeder und Motivator. Er war Koordinator und Planer. Er hat tausende Fotos geschossen und wurde niemals müde, noch einen Shootingtag anzuhängen, wenn sich ein geeignete Motiv anbot. Geduldig nützte er die oftmals kurzen Zeitfenster, um besondere Stimmungen und Situationen einzufangen und für alle Zeit festzuhalten. Meisterhaft in Szene gesetzt, entstanden so tausende Fotos für unsere drei Bildbände. Die Verknüpfung unserer beider Professionen ermöglichte es uns, die Buchproduktionen im Eigenverlag und ohne jegliche finanzielle Unterstützung bzw. Fremdwerbung umzusetzen.

Vielen Dank lieber Klaus.

Wo man singt, da lass dich ruhig nieder.

Die Überlegung war, zur Präsentation unseres Buches „elfsechzig“ noch einen coolen Programmpunkt zu finden. Rasch fassten wir den Entschluss, die Reise durch den Bezirk nochmals anzutreten. Diesmal mit der Videokamera in der Hand und einem schwungvollen Lied auf den Lippen. Die Schmetterlinge im Bauch – was Bezirk und Menschen betraf – waren immer noch da. Und so fiel es mir leicht, den Text zum Lied zu schreiben. Natürlich im Wiener Dialekt.

Dankenswerterweise übernahmen Peter Marnul und Robby Lederer von der Wiener Band „Puschkawü“ die Intonation der Ottakringer Hymne. Sehen Sie selbst was dabei herausgekommen ist.

Text, Storyboard & Regie: Michael Haitszinger
Making of Fotos & -Videos: Klaus Prokop
Musikalisches Arragement: Puschkawü – Peter Marmunl & Robby Lederer
Darsteller: Katrin Fuchs & Andreas Sauerzapf
Kamera und Schnitt: Lukas Beck
Drohne: Matthias Müller

Herzlichen Dank allen Beteiligten, die uns mit ihrem persönlichen Einsatz, ihren tollen Locations und großzügigem Support bei diesem Projekt unterstützt haben.

Außerdem hab´ ich meine Agathe.

Agathe Brandtner kocht. Beim Gustl-Wirt. Gustl Brandtner ist übrigens Agathes Ehemann. Gemeinsam erleben die beiden so einiges in ihrem Wiener Beisl. Nach dem geschriebenen Wort, das glücklicherweise genügend Raum für so manche Wiener Wuchtl ließ, entbrannte der unbezwingbare Wunsch in mir, die beiden zum Leben zu erwecken. Erste zarte Versuche mit bewegter Illustration.

Text & Animation: Michael Haitszinger
Illustrationen: Paul Felder
Erzähler: Michael Schefts

Jetzt wird´s weihnachtlich beim Gustlwirt. Freuen Sie sich auf die neueste Story von Agathe Brandtner und ihrem Ehemann Gustl.
Kein geringerer als der großartige >> Michael Schefts << liest einmal mehr diese amüsante und actionreiche Geschichte unserer beiden Beislwirte.Viel Spaß!

Den Text zum Selberlesen gibt es gleich hier nachstehend.

Agathe Brandtner – Weihnachtsfeierkollision.

 Wenn´s weihnachtet beim Gustlwirt,

das muss man sehen, das glaubt man nicht,
das wird hier wirklich zelebriert,
nicht bloß gefeiert, ruhig und schlicht.

Oh nein, hier heißt das Zauberwort:
„Christmas-Power – voll enthemmt“
und der sonst völlig stille Ort,
wird hübsch gemacht, für den Advent.

„Last Christmas“ brüllts aus allen Ecken,
acht Wochen vor dem Feste schon,
selbst Weihnachtsfreaks erschrecken,
vor Tonnen an Dekoration.

Lichterketten, tausend Kerzerl,
Zweigerl, Bockerl, Goldgirlanden,
bunte Kugeln, Glitzerherzerl
und was die Brandtners sonst noch fanden.

Selbst an Agathes Nasenspitzerl,
erkennt man – sie ist echt gut drauf.
Legt Zimtstern´ und Vanillekipferl,
kiloweis´ im Gastraum auf.

So toll die Story auch beginnt,
fröhlich verpackt in dem Gedicht,
so schnell die Illussion zerrinnt.
Lauscht man gebannt jener Geschicht´.

Zugegeben, das war dämlich,
und ist zuvor noch nie passiert,
da sind zwei Weihnachtsfeiern nämlich
terminlich völlig kollidiert.

Die erste: Rechtsanwaltskanzlei,
bestellt beim Gustl, vor acht Tagen,
und die für eine Zimmerei
hat die Agathe eingetragen.

Von Jahr zu Jahr mit Vehemenz,
zeigt hier die Chefin ihr Geschick
und ihre Planungskompetenz –
heut´ bricht ihr Gustl das Genick.

So standen nun zu dem Termin
zwei Männergruppen vorm Lokal.
Was anfänglich noch lustig schien,
glitt ab ganz rasch Richtung fatal.

Es wollten klarerweise alle,
zur gleichen Zeit ins Beisl rein,
den Wirtsleuten, in diesem Falle,
fiel keine gute Lösung ein.

So drängten sie nun zu den Tischen,
hinten rechts, ins Extrazimmer,
und als die Gruppen sich vermischten,
da wird die Stimmung schlimm und schlimmer.

>>>

In dieser furchtbar klammen Enge,
im reich-geschmückten Feierraum,
wird harsch geschubst in dem Gedränge,
auch mangelt es an Worten kaum.

„Aaaatacke!“ tönt ein tiefer Grunzer
vom Chef der Holzgesellenrunde,
„Schleichts eich do, es gfeuden Brunzer!“,
fährt es ihm weiters aus dem Munde.

Ein Advokat im feinen Zwirn,
greift sich erregt ´nen Weihnachtsstern,
und schleudert ihn mit Wucht ans Hirn,
dem achso groben Tischlerherr´n.

„Das hast du nun davon, Prolet!
Und jetzt verschwindet endlich hier!“
Ob das hier heut´ noch gut ausgeht?
Mitnichten, bitte glaubt es mir.

Nun hat der Kampf erst recht begonnen,
aus Männern werden rohe Lümmel.
Kein Einziger ist mehr besonnen
man wirft sich wacker ins Getümmel.

Flaschen, Gläser, Stühle fliegen,
es wird gezwickt, gewatscht, gespuckt,
und Menschen kreuz und quer schon liegen.
Der Gustl plärrt: „Seid´s es verruckt!“

Aus Tischen werden Barrikaden,
hoch gestapelt bis zur Decke,
und Munition wird nachgeladen,
und fein gehortet im Verstecke.

In ihrem Rausch, das Ziel der Sieg,
da schmeißen sie mit allem,
vom Weihnachtsschmuck nichts übrigblieb,
der flog hoch durch die Hallen.

Alles, was nicht fest verschraubt,
wird rüde hin und her geschossen,
kein Mensch hätt´ sowas je geglaubt,
die Wirtsleut´ stehen da, verdrossen.

Da schreit Agathe: „Polizeiiii!“
Doch lässt es kalt, die beiden Gruppen,
nach Kurzem schon jagen herbei,
zwei Nahkampfeinsatztruppen.

Der Oberhauptwachkommissar
blickt baff und brüllt nur: „So a Gsturl.“
Und weil er auch der Stärkste war,
wirft er sich wacker ins Gewurl.

Schon fliegen ein paar aus dem Zimmer
ein Polizeihund bellt ganz laut,
und hinten in der grünen Minna.
werden die Raufbolde verstaut.

>>>

Der Gustl tritt dicht an den Wagen,
drinnen herrscht noch rauher Ton.
„Hoits jetzt de Goschn!“, hört man ihn sagen.
Das Wort hat nun der Gastronom.

„De Gschicht wird fia eich teier werd´n,
des kaun i eich versprechen,
es unedichn Eierbär´n,
werds dafür urndlich blechen!

Ihr habts uns völlig unbekümmert
die Gastwirtschaft heute zerstört
und uns die Weihnachtszeit zertrümmert
wofür ins Häfen ihr gehört!“

Da hebt der Chef der Rechtsanwälte,
die Hand und möchte etwas sagen,
er würde gern nach dieser Schelte,
Versöhnendes vielleicht vorschlagen.

„Herr Brandtner, es ist unverzeihlich,
für all die Eskapaden,
wollen wir büßen und auch freilich,
fürstlich bezahlen für den Schaden.

Wir wissen, das klingt jetzt verrückt,
doch bitten wie Sie wirklich sehr,
ziehen Sie die Anzeige zurück,
dann richten wir hier alles her.

Wir arbeiten dann Tag und Nacht,
und putzen, schmücken und verzieren,
und haben uns zudem gedacht
in ihr Lokal zu investieren.“

Der Gustl schaut zu seiner Frau,
denkt an die Häusln und die Schank,
und auch Agathe hat genau,
die einmalige Chance erkannt.

„Loss´ ausse do, Herr Kommissar,
wir schreib´n des auf, wos de do sog´n,
und waun des passt, daun is ned schwa,
fia uns des Kriegsbeil zu begrob´n.“

Gesagt, getan – pünklich zum Feste,
das Beisl strahlt in neuem Glanz,
und an der Story wohl das Beste,
ist diese neue Toleranz.

Heut´ feiert Tischler mit Jurist,
von Vorurteil und Zwang befreit.
Vorbei ist´s nun mit all dem Zwist.
Oh, du schöne Weihnachtszeit.

Und die Moral von der Geschicht´
„Ein Kompromiss schadet oft nicht!“


(Mehr Agathe gibt es weiter unten.)

Agathe Brandtner – Giftalarm beim Gustlwirt.

Agathe Brandtner, voll Verdruss,
steht schwer gestresst am Trottoir.
Sie wartet auf den Autobus,
der scheint´s noch nie so langsam war. 

Als ob sie tausend Flöhe plagen,
zappelt sie rum hier, wie ein Troll.
Es liegt was Schlimmes ihr im Magen,
das rasch erledigt werden soll.

Da fährt ein Kutscher samt Gespann,
rutscht hin und her auf seinem Bock.
Er schreit und jault und dann und wann
entweicht ein Furz durch Hos´ und Rock. 

Kaum zu ertragen ist das Brennen,
welches ihn plagt am Hinterteil.
„Es Gfrasta lernts mi heit no kennen!“,
flucht er und schwingt ein scharfes Beil.

Frau Brandtner weicht verstört zurück,
als sie das Fuhrwerk grad passiert
und trifft des Mannes finst´ren Blick,
der wieder furzt, unkontrolliert.

„Du Trutscherl, schau ned gar so deppat!“,
ruft der Fiaker aggresiv,
als wieder seine Hose scheppert
begleitet von ganz strengem Mief.

„Sie sind doch wirklich wahr ein Schwein,
Sie sollten auf ein Häusl gehen“,
fällt ihr als guter Ratschlag ein – 
da bleibt der Kutscher stehen.

Nichts Feines hört man ihn nun sagen,
Nichts Gutes ist in seinem Sinn.
Langsam steigt er von seinem Wagen
und tritt vor die Agathe hin.

„Wos glaubst? I suach doch eh a Heisl!
De Krämpf san kaum mehr zum ertrog´n.
Doch vurher fahr´ i in des Beisl,
den Gustl-Wirt daschlog´n.

I bin doch gaunz gewiss ka Schwein,
doch wurd´ ich bösartig vergiftet,
die streu´n dort was ins Essen rein,
das dieses Unheil stiftet!“

Es sei kaum eine Stunde her,
als er in Gustl´s Gastwirtschaft,
ein Gulasch nahm sich zum Verzehr,
das ihm nun derart Schmerzen schafft.

Die Frau erstarrt! Ist sie schuld d´ran,
dass dieser Mann hat so gelitten?
Mit Gustl, ihrem Ehemann,
hat sie heut´ fürchterlich gestritten.

Aus einem kleinen Streitgespräch
da eskalierte bald die Lage.
„Wer is denn do da Küchenchef?“
stand einmal mehr zur Frage.

Und weil sie dann so grantig war,
auf Gustl, diesen fiesen Sack,
tauschte sie Pfeffer gegen Chilli
mit einem Hauch Ammoniak.

Sie weiß, das war gewiss nicht g´scheit,
will helfen diesem armen Mann,
der lauthals nun vor Schmerzen schreit
und kaum noch aufrecht stehen kann.

Es scheint, als müsst er explodier´n,
erneut entweicht ein lauter Ton.
„Gnä´ Frau, Sie miassn mi chauffieren,
zwa Freifahrten für Sie als Lohn!“

Agathe hilft und schon nach Kurzem,
preschen sie los Richtung Spital.
Von hinten hört man lautes Furzen
nur übertönt vom Peitschenknall.

Geschickt lenkt sie den Pferdewagen
und treibt die Rösser zügig an.
Sie will jetzt bald dem Gustl sagen,
was sie heut´ Schreckliches getan.

Sie fährt die Kutsche vor´s Spital,
denkt ständig an das scharfe Beil,
und hofft man hilft dem Mann rektal.
Dann sucht sie in der Flucht ihr Heil.

Zwei Wochen später, kurz nach dem Ersten, 
beim Gustl wird es gleich fatal.
Ein Wagen bringt das Tor zum Bersten, 
kippt Jauchenmist in das Lokal.

„Gsindl, dreckig´s, Schwerverbrecher,
vergift´s de Leit in eichan Beisl.
Mir schiaßt´s gar schiach aus olle Löcher,
seit vierzehn Tag hock ich am Heisl.“

Der Gustl schaut verdattert drein.
„Wos is des?“, will der Gastwirt wissen
und hört den Mann von hinten schreien:
„Dei Essen, des schmeckt a so g´schissn!“

Agathe stürmt die Küche raus,
erkennt den Kutscher und vor Schreck,
rutscht sie in diesem Chaos aus,
fällt arschlings in den Pferdedreck.

„Schau an, schau an – ja seh´ ich recht,
wen i do unt´ im Dreck erspäh?
Jetzt staun´ i oba echt net schlecht,
San Sie hier leicht de Küchenfee?

Der Kutschersmann, er lacht jetzt laut,
krault hämisch sich den Bart.
„Na dann, hätt´ ich vorbeigeschaut,
Sie abzuholen zur ersten Fahrt!“

Und die Moral, von der Geschicht´
„Spüts eich mit an Fiaker nicht!“ 

Agathe Brandtner – Supernudel.

Agathe Brandtner ist entzückt.
Sie kocht heut´ ihr Spezialgericht.
So mancher Gast spielt echt verrückt,
denn was da kommt ist ein Gedicht.

Nun ist der Gustl-Wirt bekannt
für eine Menge gute Sachen,
doch hat der Feinspitz längst erkannt.
„DAS können nur die Brandtners machen!“

Der Gustl weiß: “A poa so Gfrasta,
de ahnunglos und deppat san,
de sogn, des is jo nur a Pasta,
doch nur, bis sie´s gekostet hab´n!“

Das Sugo, und das weiß man schon,
das kocht der Chef im Haus perfekt,
nach altbewährter Tradition
und Großmutters Geheimrezept.

Die Nudel zu dem Mittagshit,
die stammt von der Agathen,
und da hält keine Haube mit,
so viel sei hier verraten.

Ein Stammgast, Doktor Lee Xi Wan,
ein Arzt aus Fernem Osten
ein Mann, der alles heilen kann,
will heute auch die Pasta kosten.

Mit seinem Pudel kommt er her,
er ist ein Tierfreund halt, der Lee Xi,
beim Eingang links, da bindet er
sein Hunderl an, mit Namen Trixi.

Die Trixi ist nicht wirklich bös´,
doch knurrt die Dame heut´a bissal,
und scheint zudem ganz leicht nervös –
da bringt der Gustl ihr a Schüsserl.

Ein andrer Stammgast sieht das Herrl –
also den Doktor Lee Xi Wan –
und denkt sich von dem Murds-Drum-Kerl:
„Bist deppert, ein Koloss von Mann!

Der braucht jo sicher zehn Portionen,
von dera Supernudel do,
de Zech wird sie fian Gustl lohnen,
der legt heit a Lawine o!

I hoff nur, dass der China-Riese,
uns heite a wos übalosst,
sunst hätt´ a Laune ich, a miese,
bin schließlich auch hier Dauergost!“

Es geht im gut, dem Asiaten,
am Stammtisch nimmt er Platz beschwingt.
Er kann es wirklich kaum erwarten,
bis man ihm das Menü heut bringt.

Der Wan – ein wenig träge – doch
beim Essen war er niemals faul,
und wenn er Köstlichkeiten roch,
verschwanden Berge ihm im Maul.

Auch heute will er sich nicht schonen
und schafft sich gleich drei Teller an.
Der Gustl bringt ihm die Portionen,
wünscht „Guten Appetit“ dem Wan.

Voll Freude führt die Monster-Nudel
der Lee sich an den Mund und zieht.
In seinem Rücken bellt der Pudel,
als ob er Schlimmes kommen sieht.

Die Teigware ganz munter rutscht – 
mit sicher an die dreißig Sachen –
und während sie so runter flutscht,
verheddert sich das Ding im Rachen.

Nach Luft ringend, da springt er auf,
schlägt wild um um sich, sein Kopf wird rot.
Schon nimmt die Sache ihren Lauf
und Doktor Wan ringt mit dem Tod.

Geschirr und Gläser fallen weit,
zerbersten hier in tausend Scherben.
Der Gustl eilt herbei und schreit:
„Herr Dokta, bitte tans uns do net sterben!“

Der Wirt beginnt zu zieh´n und drücken,
am massig Leib von dem Chinesen,
schlägt wuchtig ein auf seinen Rücken,
doch alles scheint umsonst gewesen.

Vom Nachbartisch mit einem Sprung,
hüpft die Agathe ihm ins Kreuz,
der Wan liegt regungslos und stumm,
am Tisch – den Hals voll Pasta-Zeugs. 

Die Trixi sieht ihr Herrchen leiden,
bellt wie verrückt und reißt sich los,
panisch vor Angst, schnappt sie nach beiden,
zerreisst den Helfern Rock und Hos.

Jetzt wird´s echt brenzlig für den Mann,
die Sache da ist echt kein Witz.
Der Gustl schreit den Pudel an:
„Trixi gusch, moch Platz und sitz!“

Und du Agathe, pock erm beim Haxn,
sunst überlebt da Wan des nie,
scho vü zu laung dauern de Faxn,
in zwa Minuten is a hi!“ 

Die Brandtners schnappen Lee Xis Beine
und hebeln ihn nach vorne aus.
und durch die Schwerkraft ganz alleine
schießt alles vorne aus ihm raus.

Oh Gott, was war das für ein Schreck,
knapp überlebt hat Dr. Lee Xi.
Die Wirtsleut stehen tief im Dreck,
sind fix und fertig – wie die Trixi.

„Sog Lee Xi bist du net gaunz gscheit,
saugst ei zwa Meter Nudeln.
Zum Essen nimmt ma sie sei Zeit,
und sois genießen und net hudeln.

Du worst echt knopp jetzt vorm Dastickn,
mei Frau und i konnten´s vereiteln.
Des is net leicht a so an Dicken
vom Tisch do obebeiteln!“

Ein Schlachtfeld ist der Gustl-Wirt.
Der Wan sitzt auf der Supernudel
total zerstört und konsterniert.
Den Rest der Pasta frisst der Pudel.

 Und die Moral von der Geschicht´
„Schlürfts lange Nudeln lieber nicht!“